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Die Erfolgsgeschichte der SG Schweighausen

Die ersten 10 Jahre im Originalton von Günther Mors:

Es begann damit, dass an einem Sommersonntagnachmittag ein Lehrer durch die Straße des schönen Bergdörfchens Schweighausen ging. Es war der 14. August 1949, und der junge Mann war der seit einem halben Jahr in dem Dörfchen unterrichtende Hauptlehrer "Günther Mors". Auf dem Platz vor dem Gasthaus "Sonne" bot sich ihm ein ebenso belustigendes wie bemitleidenswertes Schauspiel. Ungefähr zehn junge Burschen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren unterhielten sich aus Langeweile dadurch, dass sie Knöpfe an die Zipfel ihrer Taschentücher knoteten, einander gegenseitig jagten und sich dabei die Knoten auf die Köpfe hieben. Der Lehrer rief die Burschen aufs "Bäcke Bänkle", wo sich kurz folgendes abspielte:

Der Lehrer: "Was isch, wollt ihr, daß man hier einen Sportverein gründet?"

Die Antwort war ein einstimmiges: "Wellewääg!",

ein Wort, das von keinem Sprachforscher bisher hat ergründet werden können, was aber so viel heißt wie "ja, selbstverständlich!"

Wer nun den eigenen Sinn und das dickschädelige Temperament dieses Lehrers kannte, wusste, dass dieser Zwischenfall aufs "Bäcke Bänkle" die Geburtsstunde eines neuen Vereines war.

Bereits am nächsten Tag besprach sich Herr Mors mit seinem Kollegen, Herrn Oberlehrer Kopf, der dem Gedanken sehr fördernd gegenübertrat und empfahl, den Vorschlag einer Vereinsgründung über Malermeister Heiner Zehnle den interessierten Bürgern des Dorfes zu unterbreiten. Überraschenderweise zeigte dieser aber weder Optimismus noch Initiative, so dass Herr Mors den einzigen Weg über die Einberufung einer allgemeinen Bürgerversammlung sah.

Diese fand statt am 28.8.1949 vormittags nach dem Gottesdienst im Gasthaus "Krone". Bürgermeister Zehnle forderte die jungen Leute auf, ihr Anliegen vorzubringen. Herr Mors sagte, man müsse sich damit vertraut machen, dass es die jungen Leute auch in unserem hinteren Bergdorf nach sportlicher Betätigung drängt. Josef Binder schnitt sofort das Problem eines Sportplatzes an, Heiner Zehnle forderte den Gemeinderat geradewegs zu einer Stellungnahme auf.

Schuhmachermeister Wilhelm Weber sprach sich im Namen der Gemeinderäte dahingehend aus, daß die Gemeinde in dem Augenblick einen Platz zur Verfügung stellen würde, in dem der zu gründende Verein seine Existenzberechtigung beweise.

Bereits am 4.9.1949 kam es zu einer vorbereitenden Besprechung im Gasthaus "Krone". Schreinermeister Hermann Ohnemus jun. begrüßte die 60 erschienen Sportsfreunde. Die Tagesordnung wickelte sich rasch ab. Es kam zur Wahl eines Gründungsrates, der wie folgt aussah (alphabetische Reihenfolge):

Adolf Geiger, Ratschreiber

Wilhelm Göppert, Angestellter

Ernst Griesbaum, Forstwart

Roman Ohnemus, Gemeinderechner

Josef Weber, Schuhmachermeister

Alois Weber, Masseur

Heiner Zehnle, Malermeister

Herr Mors legte bereits Vorschläge zur Beschlussfassung vor. Im einzelnen wurde angenommen:

1. Jahresbeitrag: 3,-- DM

2. Sportarten: Fußball, Schwerathletik, Tischtennis, Skisport und Leichtathletik

3. Name: Sportgemeinschaft Schweighausen

4. Vereinsfarben: schwarz und grün

5. Organisation über die Werbung passiver Mitglieder

Die Besprechung endete mit einem gemeinsamen Lied: "Kein schöner Land..."

und einem dreifachen "Hipp, Hipp - Hurra!"

Herr Adolf Geiger bemühte sich um die Genehmigung der Gründungsversammlung durch das Landratsamt, die dann am 2. Oktober 1949 vonstatten ging. Als Herr Mors die Versammlung eröffnete und die Erschienenen begrüßte, war das Gasthaus "Krone" bis auf den letzten Platz gefüllt. Eine Abordnung des Nachbarvereins Dörlinbach löste besonders Beifall aus. Herr Mors sprach über die bereits getätigten Vorarbeiten und sagte, daß der Sportplatz nur auf den Gemeindematten hinter der Schule in Frage käme. Einige Vermessene hätten ihn gerne auf das Weißmoos verbannt, doch könne man mit solch einer Belastung nicht beginnen. Er verlas die Satzungen, die angenommen wurden und bat dann um geheime Wahl des 1. Vorsitzenden. Von 110 abgegebenen Stimmen fiel die überwiegende Mehrheit auf Ratschreiber "Adolf Geiger". Er nahm die Wahl an und bestellte aus dem Gründungsrat die übrigen Vorstandsmitglieder. Während der Schlussansprache ging ein Telegramm des Ehrenbürgers Stanislaus Göppert, Waldkirch ein, in dem er dem Verein eine Spende von DM 100,-- in die Wiege legte. Der anwesende Fabrikant Alfred Pfaff, Lahr, ergriff das Wort und tat es unter großem Beifall der Anwesenden seinem Kollegen nach. Sie wurden spontan zu Ehrenmitgliedern ernannt. Später schlossen sich diesen auch Kaufmann Fritz Zimmermann, Lahr, und Gastwirt Otto Gehr "Krone", Schweighausen, an.

 
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